Künstliche Intelligenz

KI im Mittelstand: Wo echte Potenziale liegen und was wirklich zählt

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Künstliche Intelligenz (KI) wird oft als Technologie der Zukunft betrachtet – dabei beeinflusst sie bereits heute zahlreiche Geschäftsmodelle und Prozesse. Während große Unternehmen umfangreiche KI-Initiativen starten, fragen sich viele mittelständische Unternehmen: „Wie können wir KI sinnvoll nutzen, ohne in endlose Entwicklungsprojekte zu investieren?“

Aus meiner Erfahrung zeigt sich: Die größte Herausforderung liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, die passenden Anwendungsfälle zu identifizieren. KI sollte immer mit einer klaren Zielsetzung implementiert werden – sei es zur Effizienzsteigerung, zur Verbesserung der Kundenbeziehungen oder zur Erschließung neuer Marktchancen.

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KI in Webportalen: Effizienzgewinne durch Automatisierung

Einer der ersten und naheliegendsten Einsatzbereiche für KI im Mittelstand sind Kundenportale und Webplattformen. Hier können KI-gestützte Systeme nicht nur für besseren Service sorgen, sondern auch interne Abläufe optimieren. Ein typisches Beispiel: Support-Tickets in Webshops. Häufig erhalten Unternehmen Anfragen, in denen wichtige Informationen fehlen – etwa Screenshots oder spezifische Angaben zum Problem. Das führt zu Rückfragen, Verzögerungen und unnötigem Mehraufwand.

Wir haben bei uns eine KI-gestützte Lösung entwickelt, die direkt beim Erstellen des Tickets fehlende Informationen einfordert. Dadurch kann der Fall schneller und ohne zusätzliche Rückfragen bearbeitet werden. Solche Automatisierungen sind nicht nur im Kundenservice hilfreich, sondern auch in der internen IT oder bei Reklamationsprozessen. Ein weiteres spannendes Feld ist die automatische Stimmungsanalyse von Kundenanfragen. Ein KI-System kann anhand von Sprache oder Text erkennen, wie dringend oder kritisch ein Anliegen ist. Diese Informationen lassen sich in ein Ampelsystem überführen, das dem Support-Team signalisiert, welche Anfragen höchste Priorität haben.

Personalisierung und datenbasierte Entscheidungen – näher am Kunden durch KI

Während KI-Prozesse oft mit Effizienzsteigerung assoziiert werden, liegt eine der größten Stärken in der Kundenbindung und Personalisierung. Bisherige Recommendation Engines in Online-Shops sind bereits einigen ein Begriff. KI ermöglicht jedoch noch individuellere Lösungen. Ein Beispiel aus einem unserer Projekte: In einem Webshop für Haustierbedarf haben wir eine KI-gestützte Bilderkennung implementiert. Der Kunde lädt ein Foto seines Hundes hoch, und die KI schlägt automatisch passende Pflegeprodukte vor – basierend auf Fellstruktur, Rasse und anderen Merkmalen. Doch auch abseits des E-Commerce sind datenbasierte Entscheidungen essenziell. Unternehmen mit großen Datenmengen stehen oft vor der Herausforderung, sinnvolle Erkenntnisse aus ihren Zahlen zu gewinnen.

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Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Ein Kunde verzeichnete unerwartete Umsatzeinbrüche in seinem Online-Shop. Mithilfe von KI können in solchen Fällen sämtliche relevanten Faktoren analysiert werden – von Lagerbeständen über Marketing-Kampagnen bis hin zu gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen. Statt mühsam manuell verschiedene Ursachen zu untersuchen, liefert eine KI eine priorisierte Liste möglicher Gründe und konkrete Handlungsempfehlungen.

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KI als Hebel für neue Geschäftsmodelle und Kosteneinsparungen

Ein oft diskutiertes Thema ist die Frage nach den Kosten einer KI-Implementierung. Viele Mittelständler befürchten, dass die Einführung von KI mit hohen Investitionen verbunden ist. Dabei hängt der Erfolg weniger vom Budget als von einer klaren Strategie ab. Entscheidend ist: Welchen konkreten Mehrwert bringt KI für mein Unternehmen?

Eine KI-gestützte Automatisierung kann etwa dann sinnvoll sein, wenn es an Fachkräften mangelt oder wiederkehrende Aufgaben übermäßig Ressourcen binden. Ein gutes Beispiel ist der Gesundheitssektor: In den USA setzen Pflegeheime bereits KI-gestützte Dokumentationssysteme ein. Ärzte und Pflegekräfte führen Gespräche mit Patienten, während eine KI automatisch die notwendigen Protokolle erstellt. Das reduziert den Verwaltungsaufwand erheblich und ermöglicht es den Fachkräften, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Auch im industriellen Mittelstand gibt es bereits erfolgreiche KI-Anwendungen, etwa in der Prozessoptimierung oder in der vorausschauenden Wartung von Maschinen. Letztlich sollten Mittelständler sich nicht fragen, ob sie KI brauchen, sondern vielmehr, welche Aufgaben KI für sie übernehmen kann.

Blick nach vorn: Welche Trends sollte der Mittelstand im Auge behalten?

Wer sich mit KI beschäftigt, sollte nicht nur auf aktuelle Lösungen schauen, sondern auch auf die Zukunftstrends achten. Besonders spannend ist derzeit die Verbindung von KI mit Robotik und Automatisierung. Vor allem Unternehmen aus Amerika und China sind hier klare Vorreiter – sie entwickeln oftmals humanoide Roboter, die sich eigenständig bewegen und greifen können. Aber auch abseits solcher Zukunftsvisionen gibt es für mittelständische Unternehmen klare Handlungsempfehlungen:

  • Analyse der eigenen Prozesse: Wo sind Zeitfresser? Welche Abläufe könnten durch KI unterstützt werden?
  • Erste Anwendungen testen: Nicht jede KI-Implementierung muss ein Großprojekt sein. Kleine, gezielte Automatisierungen können bereits einen hohen Nutzen bringen.
  • Bestehende Lösungen nutzen: KI muss nicht immer von Grund auf neu entwickelt werden – oft gibt es bereits fertige Software, die sich in bestehende Systeme integrieren lässt.

KI ist längst keine Technologie, die nur Großkonzernen vorbehalten ist. Gerade Mittelständler können durch gezielte Implementierung von KI-Lösungen profitieren – sei es in Kundenportalen, durch datengetriebene Analysen oder in der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Wer frühzeitig KI in seine Geschäftsstrategie integriert, wird langfristig wettbewerbsfähiger sein.

Marcel Fischer dc AG

Marcel

Fischer

Managing Director Marketing

dc AG

Marcel Fischer ist Managing Director Marketing sowie Vorstandsmitglied der Kulmbacher Digitalagentur dc AG. Der studierte Betriebswirt leitet dort seit bereits mehr als zehn Jahren das Marketing. Zudem ist er auch für den Bereich KI hauptverantwortlich und treibt dieses Thema im Unternehmen selbst als auch gemeinsam mit den Kunden voran.
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