Eine Analyse des Fintech-Unternehmens Deblock zeigt, dass politische Unterstützung Kryptowährungen oft nicht guttut. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der USA und Argentiniens.
Während US-Präsident Donald Trump eine staatliche Krypto-Reserve ankündigte, fiel der Bitcoin-Kurs daraufhin um sechs Prozent. Auch der argentinische Präsident Javier Milei, bekannt für seine liberale Haltung gegenüber unregulierter Währung, trug laut Deblock-Strategiedirektorin Claire Balva dazu bei, dass Investoren Milliarden verloren (via Pressetext).
Ermittlungen gegen Milei und das $LIBRA-Debakel
Die argentinische Justiz prüft derzeit Vorwürfe gegen Milei. Es wird untersucht, ob er sich des Betrugs oder der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht hat. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht seine öffentliche Lobpreisung der Kryptowährung $LIBRA im Februar. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Wert der Währung von wenigen Cent auf fast fünf Dollar, bevor er abrupt abstürzte. Grund dafür war, dass wenige Großinvestoren, die den Token zuvor günstig erworben hatten, ihre Bestände auf einmal verkauften.
„Ich habe es nicht beworben“, verteidigte sich Milei im Interview mit dem Sender „TN“ und betonte, dass es sich um eine rein private Angelegenheit handle, in die der Staat nicht involviert sei. „Ich habe in gutem Glauben gehandelt“, so der argentinische Präsident weiter.
Auch Hayden Davis, einer der Mitbegründer von $LIBRA, erklärte, dass er sich von Trumps Memecoin $TRUMP inspirieren ließ. $TRUMP wurde zur Feier der Amtseinführung des US-Präsidenten geschaffen und soll ihm laut „Financial Times“ Einnahmen in Höhe von 350 Millionen Dollar gebracht haben. Auf der anderen Seite verloren etwa 810.000 Investoren zusammen mehr als zwei Milliarden Dollar, berichtet die Kryptodaten-Firma Chainalysis.
Trumps Wandel vom Kritiker zum Befürworter
Früher als Gegner von Kryptowährungen bekannt, setzt Donald Trump inzwischen auf digitale Währungen. Seine Börse „World Liberty Financial“ bietet verschiedene krypto-basierte Produkte an. Zwar könnte seine Unterstützung dazu beitragen, Kryptowährungen zu legitimieren, doch es birgt auch Risiken.
„Aber es kann auch nach hinten losgehen“, warnt Larisa Yarovaya, Direktorin des Center for Digital Finance an der Southampton Business School. Da keine zentrale Behörde Kryptowährungen regelt, hänge das Vertrauen allein von den Personen ab, die diese unterstützen, erklärt Maximilian Brichta, Doktorand an der University of Southern California.
Manipulation und betrügerische Praktiken
Um Kursmanipulation zu verhindern, sollten frühe Investoren laut Best Practice nur geringe Anteile einer neuen Kryptowährung besitzen und ihre Bestände über mehrere Jahre halten. Dies wurde bei $LIBRA jedoch nicht eingehalten. „Mehr als 80 Prozent der Token landeten bei wenigen Großinvestoren, die ihre Bestände jederzeit liquidieren konnten“, kritisiert Balva. Das Ergebnis: Ein massiver Wertverlust und der Verdacht auf betrügerische Machenschaften.
Die Ereignisse um Trump und Milei verdeutlichen die Risiken politischer Einflussnahme auf Kryptowährungen. Was als Unterstützung beginnt, kann sich schnell in Kursstürze und massive Verluste für Investoren verwandeln.