Google führt ab sofort seine KI-gestützte Suchfunktion „Übersicht mit KI“ (im englischen Original „AI Overviews“) auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Die Funktion, die zunächst in den USA getestet wurde und Ende 2024 bereits einer Milliarde Nutzern weltweit zur Verfügung stand, soll nun im deutschsprachigen Raum angemeldeten Nutzern ab 18 Jahren präsentiert werden.
KI-Zusammenfassungen statt klassischer Suchergebnisse
Die „Übersicht mit KI“ fasst Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen und präsentiert dem Nutzer eine KI-generierte Antwort direkt in den Suchergebnissen. Nach Angaben von Google soll die Funktion besonders bei komplexen Fragen hilfreich sein, die Informationen aus mehreren Quellen erfordern. Laut dem Unternehmen haben Tests in anderen Ländern gezeigt, dass Nutzer der KI-Übersicht zufriedener mit den Suchergebnissen waren und sogar eine größere Vielfalt an Websites besucht haben.
Eine mögliche Abkehr von der KI-Übersicht ist über den Webfilter möglich, der auf klassische textbasierte Links umschaltet. Google betont, dass Qualität und Sicherheit „oberste Priorität“ hätten und die generative KI auf bewährten Systemen basiere, die über Jahre verfeinert wurden.
Anzeigen innerhalb der KI-Übersicht geplant
Interessant für Website-Betreiber und Werbetreibende: Google plant, Anzeigen nicht nur oberhalb und unterhalb der KI-Übersicht zu platzieren, sondern unter Umständen auch innerhalb der generierten Inhalte. In den USA werden solche integrierten Anzeigen bereits auf Mobilgeräten ausgespielt. Für den europäischen Markt kündigt Google einen „bedachten Vorgang“ bei der Einführung von Anzeigen innerhalb der KI-Übersicht an.
Kritik von Webseitenbetreibern bleibt unbeantwortet
Was Google in seiner Ankündigung nicht adressiert, sind die Bedenken von Webseitenbetreibern und Verlagen, die durch die KI-Zusammenfassungen einen Rückgang ihrer Besucherzahlen befürchten. Obwohl das Unternehmen betont, dass Nutzer „eine größere Vielfalt an Websites“ besuchen würden, bleibt offen, ob die Verweildauer und Klickraten auf den Originalquellen tatsächlich steigen oder sinken.
Die „Übersicht mit KI“ ist nun in über 100 Ländern verfügbar, darunter der gesamte deutschsprachige Raum. Nutzer können Feedback zur Qualität der KI-Antworten über ein „Daumen hoch“- bzw. „Daumen runter“-Symbol geben oder detailliertere Probleme über die Option „Problem melden“ adressieren.