Steigende Cyberbedrohungen und fragmentierte Sicherheitslösungen setzen Unternehmen unter Druck. SASE (Secure Access Service Edge) bietet einen ganzheitlichen Ansatz, der Schutz, Performance und Effizienz in einer zentralen Plattform vereint.
Unternehmen stehen zunehmend vor der Herausforderung, dass isolierte IT-Sicherheitslösungen mehr Komplexität als Schutz bieten. Diese Fragmentierung erschwert die Überwachung der IT-Infrastruktur und erhöht die Anfälligkeit für Sicherheitslücken. Gleichzeitig führen hybride Arbeitsmodelle und der verstärkte Einsatz von Cloud-Diensten zu einem exponentiellen Anstieg des Datenverkehrs, was die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen an ihre Grenzen bringt. Die Nutzung von VPNs führt zusätzlich zu Engpässen und zu einer ungesicherten Datenverteilung über verschiedene Standorte.
All diese Faktoren erhöhen die Cybersicherheitsrisiken und führen zu ineffizienten Prozessen, die durch Schatten-IT und mangelnde personelle Ressourcen weiter verschärft werden. Ohne gezielte Maßnahmen wird IT-Sicherheit so zu einer immerwährenden Herkulesaufgabe, die bestehende Teams überlastet und die Reaktionsfähigkeit auf Bedrohungen einschränkt.
Blinde Flecken eliminieren
Der Cost of Data Breach Report 2024 verdeutlicht, wie gravierend die Folgen von Sicherheitsverletzungen sein können: 70 Prozent der befragten Unternehmen erlebten erhebliche Störungen ihrer Geschäftstätigkeit, wobei kompromittierte Anmeldedaten eine zentrale Rolle spielten. Die durchschnittlichen Kosten eines einzelnen Vorfalls belaufen sich auf fast fünf Millionen Dollar. Unternehmen müssen sich der Tatsache stellen, dass isolierte Sicherheitslösungen nicht nur ineffizient, sondern auch kostspielig sind und zu blinden Flecken führen, die Angreifer ausnutzen können.
SASE: Eine integrierte Lösung
Eine vielversprechende Lösung bietet die Secure Access Service Edge (SASE)-Architektur, die darauf abzielt, den Flickenteppich aus isolierten IT-Lösungen durch eine zentrale Plattform zu ersetzen. SASE integriert verschiedene Sicherheitsfunktionen wie SD-WAN, Secure Web Gateway, Cloud Access Security Broker, Data Loss Prevention, Zero Trust Network Access und Firewall-as-a-Service. Die Funktionen sind zentral administrierbar, was den Verwaltungsaufwand reduziert und die Effizienz steigert. Unternehmen profitieren von einer verbesserten Nutzererfahrung, da Cloud-Dienste ohne Umwege über zentrale Rechenzentren erreichbar sind, was Latenzen minimiert und die Geschwindigkeit erhöht. Da Sicherheitsdienste so in einer Plattform konsolidiert sind, können IT-Teams die Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur zurückgewinnen und gleichzeitig die Sicherheit der Daten gewährleisten.
Strategische Implementierung
Die Einführung von SASE erfordert jedoch eine strategische Herangehensweise. Eine gründliche Analyse der bestehenden IT-Landschaft ist entscheidend, um Schwachstellen zu identifizieren und die Integration der neuen Architektur zu planen. Pilotprojekte können helfen, erste Erfahrungen zu sammeln und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Die Zusammenarbeit zwischen IT-Teams, Sicherheitsverantwortlichen, Anbietern und Dienstleistern ist dabei unerlässlich. Nur so lässt sich eine maßgeschneiderte Lösung entwickeln, die den individuellen Anforderungen gerecht wird.
Globale Konsistenz und Transparenz erhöhen
Durch die Verlagerung von Sicherheitsdiensten in die Cloud schafft SASE ein konsistentes und zentral verwaltetes Sicherheits-Stack, das weltweit auf alle Standorte, Benutzer und Geräte anwendbar ist. Sicherheitsupdates und neue Richtlinien lassen sich schnell global ausrollen, was die Reaktionszeit auf Bedrohungen verkürzt. Die Dezentralisierung der Sicherheitsdienste verbessert gleichzeitig die Skalierbarkeit und gewährleistet selbst bei hohem Datenaufkommen eine stabile Verbindung. Zudem bringt SASE eventuell vorhandene Schatten-IT ans Licht, indem sie Transparenz schafft. So können Unternehmen Risiken effizient begegnen und die Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur stärken.
Kosteneffizienz und Compliance
Ein weiterer Vorteil ist die Bereitstellung aus der Cloud. Dies reduziert neben der Abhängigkeit von lokaler Hardware und deren Lebenszyklen auch die Kosten: Unternehmen sparen nicht nur bei der Anschaffung und Wartung physischer Hardware, sondern auch bei Reparatur- und Reisekosten für IT-Spezialisten. SASE ermöglicht es außerdem, Compliance-Regeln effizient einzuhalten und erleichtert gleichzeitig das Reporting, was die Mitarbeitenden entlastet. Da SASE automatisiert und cloudbasiert operiert, lassen sich verwendete Lizenzen einfach verlängern oder hinzufügen. So müssen Unternehmen nicht mehr absichtliche Überkapazitäten einplanen, sondern können flexibel auf Wachstum reagieren und langfristig Kosten sparen.
Zukunftsperspektiven von SASE
Auch SASE entwickelt sich kontinuierlich weiter, um immer neue Herausforderungen in der Praxis besser zu lösen. Hier stehen aktuell Digital Experience Monitoring und erweiterte Möglichkeiten zur Identifikation und Überwachung von IoT-Geräten im Fokus. Unternehmen könnten also bald neue Standorte noch effizienter anbinden und umfassende Sicherheitsrichtlinien global ausrollen. So lassen sich bisher schwer sichtbare Risiken gezielt adressieren und die IT-Sicherheitsstrategie kontinuierlich optimieren.
Fazit: Konsolidierung als Schlüssel zur Sicherheit
SASE bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre IT-Sicherheitsarchitektur zu konsolidieren und die Komplexität isolierter Systeme zu überwinden. Durch die Integration verschiedener Sicherheitsfunktionen in eine zentrale Plattform gewinnen Unternehmen Transparenz, Kontrolle und Sicherheit. So bildet die Architektur eine solide Basis für aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen. Externe Sicherheitsexperten können dabei helfen, SASE-Lösungen strategisch und technisch fundiert in bestehende IT-Landschaften zu integrieren, um eine sichere Basis für das Unternehmenswachstum zu schaffen. Entscheidend bleibt, wie diese Technologien in die Praxis überführt werden, um die volle Bandbreite der Vorteile auszuschöpfen.
Weitere Informationen:
Wie sich moderne Netzwerksicherheit mit SASE umsetzen lässt, zeigt die Autorin im On-Demand Webinar „SASE – Hype oder (R)evolution?“.