Transparente Finanz- sowie Nachhaltigkeitsdaten

Wie Führungskräfte regulatorische Veränderungen und Wettbewerb navigieren

Leader

Das neue Jahr ist noch keine drei Monate alt und Unternehmen weltweit sehen sich bereits mit regulatorischen Veränderungen konfrontiert.

Diese werden durch neue Regierungen, die vorgeschlagene EU-Nachhaltigkeits-Omnibus-Verordnung (einschließlich der CSRD) sowie die zunehmende Einführung von ISSB-Standards in APAC und LATAM vorangetrieben. Angesichts dieser globalen politischen und regulatorischen Entwicklungen stellen sich Führungskräfte die Frage: Wie kann ich den Unternehmenswert steigern? Unternehmen mit Krisenerfahrung setzen auf zeitlose Prinzipien – Wachstum, Cashflow, Widerstandsfähigkeit und produktive Teams. Da sich politische Rahmenbedingungen schnell ändern können, sollten Unternehmen auf bewährte Werte setzen, um das Vertrauen der Anleger zu erhalten und sich einen möglichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Anzeige

Führungskräfte bleiben inmitten regulatorischer Veränderungen engagiert

Es wäre für Führungskräfte zwar leichtsinnig, die politischen Strömungen zu ignorieren, doch ebenso wenig ratsam, sich jeder einzelnen dieser Entwicklungen anzupassen. Zwar spielt die Politik im aktuellen globalen Wettbewerb eine wichtige Rolle, doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sind erheblich. In den USA hört man derzeit oft, dass Unternehmen scheinbar von der Nachhaltigkeit abweichen. In Europa wird diskutiert, ob Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit miteinander vereinbar sind. Doch keine dieser Wahrnehmungen entspricht der Realität.

Laut der 2025 Executive Benchmark Survey von Workiva bestätigen 85 % der Führungskräfte weltweit, dass sie unabhängig von politischen Veränderungen weiterhin Klimadaten offenlegen werden. In den USA entfernen Unternehmen zwar Labels, bleiben jedoch den zugrunde liegenden Werten treu. Eines steht fest: Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema in den Vorstandsetagen, da der Fokus auf der langfristigen Leistungssteigerung und der Risikominderung liegt, um den Erwartungen der Investoren gerecht zu werden. In Europa überdenken Unternehmen die Bedeutung der Labels, jedoch nicht den Wert der zugrundeliegenden Aktivitäten. Die Diskussionen werden sich zunehmend auf die Genauigkeit wesentlicher Angaben und Behauptungen konzentrieren. Weltweit haben sich inzwischen mehr als 10.000 Unternehmen und Institutionen (ein Anstieg von 29 % im Vergleich zum Vorjahr) zu wissenschaftlich fundierten Dekarbonisierungszielen verpflichtet und das Klimarisiko rückt weiter in den Vordergrund.

Führungskräfte scheuen sich nicht vor Nachhaltigkeit. Im Gegenteil, sie setzen sich weiterhin für die wichtigen Entscheidungen – sowohl große als auch kleine – ein, die notwendig sind, um einen langfristigen und nachhaltigen Geschäftswert zu schaffen. Für eine fundierte Entscheidungsfindung und Rechenschaftspflicht sind zuverlässige Daten unerlässlich. Doch viele Unternehmen verfügen leider nicht über solche Daten.

Anzeige

Das reale Risiko und die Dringlichkeit, über die niemand spricht 

Erstaunlicherweise vertraut fast ein Viertel der Führungskräfte nicht vollständig auf ihre Finanzdaten, ein Drittel auf ihre Nachhaltigkeitsdaten und nahezu ebenso viele zweifeln an der Zuverlässigkeit der internen Kontrollen für beide Datensätze. Daten, denen man nicht vertraut, stellen nicht nur eine operative Herausforderung dar. Führungskräfte, die Daten oder Kontrollen zertifizieren, denen sie selbst misstrauen, riskieren persönliche oder sogar strafrechtliche Haftung.

Über das Risiko der Einhaltung von Vorschriften hinaus wissen diese Führungskräfte, dass sie sich sowohl kurz- als auch langfristig die Chance entgehen lassen, wettbewerbsfähig zu bleiben. 97 % der Führungskräfte sind überzeugt, dass integrierte Finanz- und Nachhaltigkeitsdaten Leistungsdefizite aufdecken und das finanzielle Wachstum fördern können. Der gleiche Prozentsatz glaubt, dass ein starkes Programm zur Nachhaltigkeitsberichterstattung den Unternehmen innerhalb von zwei Jahren einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wird. Laut einer Studie von ibm ist die Wahrscheinlichkeit, dass Führungskräfte aufgrund ihrer Nachhaltigkeitsinitiativen bessere Geschäftsergebnisse erzielen, um 75 % höher.

Investoren stimmen dem nicht nur zu, sie fordern es auch. 96 % der Investoren sind überzeugt, dass ein sicheres integriertes Datenmanagement und -reporting die finanzielle Leistung stärkt, und 93 % investieren eher in Unternehmen, die über ein solches System verfügen. Laut der Global Investor Survey von PwC stimmen zudem sieben von zehn Befragten zu oder stimmen voll und ganz zu, dass die narrativen Angaben eines Unternehmens, die Nachhaltigkeitskennzahlen und die KPIs auf dem gleichen Niveau wie der Jahresabschluss gewährleistet sein sollten. Die eigentliche Herausforderung für Führungskräfte liegt hier: Um diese Vorteile zu realisieren, ohne im politischen Umfeld Aufsehen zu erregen, müssen sie sich auf grundlegende Werte konzentrieren und die vertrauenswürdigen Daten beschaffen, die für die Umsetzung erforderlich sind.

Auch wenn sich die politische Stimmung weiterhin ändern wird, bleibt eines sicher: Transparente und zuverlässige Finanz- sowie Nachhaltigkeitsdaten sind nicht nur ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil und der Schlüssel zum Vertrauen der Anleger, sondern auch die Grundlage für fundierte Unternehmensentscheidungen.


Autorin: Corinna Krestel, Senior Consultant DACH bei Workiva 

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.