Die Europäische Kommission bewilligt 12 Millionen Euro für das Promotionsprogramm „Gen-Q“. 51 internationale Doktoranden forschen dabei an sieben Universitäten zu Quantencomputing und -sensorik. Das KIT ist mit elf Doktorandenstellen beteiligt.
Die Europäische Kommission hat den Antrag von Eucor – The European Campus für eine neue internationale Ausbildung von Promovierenden in den Quantenwissenschaften und -technologien bewilligt: „Gen-Q“ ermöglicht 51 jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Promotion mit internationaler, interdisziplinärer und intersektoraler Ausrichtung. Elf von ihnen forschen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Projekt hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ein Gesamtvolumen von über 12 Millionen Euro.
Neben den fünf Eucor-Universitäten in Deutschland, Frankreich und der Schweiz – also den Universitäten Basel, Freiburg, Haute-Alsace und Straßburg sowie dem KIT – sind auch die Universitäten Amsterdam, Niederlande, und Poznán, Polen, beteiligt.
„Die Quantenwissenschaften stehen im Fokus, wenn es darum geht, zukunftsfähige Lösungen gerade in den Informations- und Kommunikationstechnologien zu entwickeln. Schnell voran kommen wir nur mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit – und mit kreativen Köpfen“, so Professor Thomas Hirth, Vizepräsident Internationales und Transfer des KIT und Vizepräsident von Eucor. „Mit Gen-Q setzen wir bewusst auf den wissenschaftlichen Nachwuchs: Mit diesem Programm können wir Talente früh gewinnen und fördern.“
„Die Quantenwissenschaft und -technologie ist ein interdisziplinäres Feld, das die Regeln der Physik, Chemie, Materialwissenschaft und Informatik erforscht und nutzbar macht“, sagt Professor Guido Pupillo von der Universität Straßburg, wissenschaftlicher Leiter des Programms. „Diese Vielzahl an Perspektiven nutzen wir bei Gen-Q, um an aktuellen Zukunftstechnologien zu arbeiten, wie beispielsweise an Quantencomputing und Quantensensorik. Dafür werden wir eine große Kohorte junger talentierter Forscherinnen und Forscher aus aller Welt in die Oberrheinregion und an alle europäischen Partner von Gen-Q holen. Dieses Programm ist daher von großer Bedeutung für unsere Einrichtungen, Regionen, Länder und für Europa.“
Die Federführung für Gen-Q am KIT übernimmt Professor Mario Ruben. Hier werden elf Promovierende in dem Programm forschen.
Interdisziplinär, intersektoral, international
Das Programm fokussiert sich auf vier Schwerpunktbereiche: die Überwindung des Rauschens in Quantengeräten; die Erhöhung der Komplexität von Qubits und Sensoren; die Entwicklung von Quantum Hardware und die Entwicklung von Quantum Software und Hybrid-Computing. Die jungen Forschenden wählen für ihre Promotion zwischen den beteiligten Standorten und werden darüber hinaus mit unterschiedlichen Industriepartnern in der Region zusammenarbeiten.
„Ziel von Gen-Q ist es, einen Beitrag zur Bewältigung der künftigen Herausforderungen in der europäischen Quantenwissenschaft und -technologie zu leisten und gleichzeitig den dafür notwendigen akademischen Nachwuchs auszubilden“, sagt Professorin Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel und Präsidentin von Eucor. Das gemeinsame Programm baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Oberrhein auf, insbesondere im auslaufenden Programm QUSTEC (steht für: Quantum Science and Technologies at the European Campus). Mit dem Projekt stärkt der Verbund außerdem seinen strategischen Schwerpunkt „Quantum Science and Technologies“.
Mit den Partnerinstitutionen in den Niederlanden und Polen arbeiten die Eucor-Universitäten bereits in der europäischen Hochschulallianz EPICUR zusammen. Gen-Q hat ein Gesamtvolumen von mehr als 12 Millionen Euro. Davon stellt die Europäische Union sechs Millionen Euro zur Verfügung, dazu kommt eine schweizerische Beteiligung sowie Kofinanzierungen der beteiligten Partneruniversitäten.
Für Gen-Q erhält der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Eucor – The European Campus eine Förderung aus dem EU-Forschungsrahmenprogamm „Horizont Europa“ in der Förderlinie Marie Skłodowska Curie „COFUND“, um die Mobilität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu unterstützen. Die fünf Universitäten am Oberrhein haben 2015 den ersten EVTZ gegründet, der nur von Universitäten getragen wird.
(sp/KIT)