Anthropic will über sieben Jahre 11,6 Milliarden Dollar für CPU-Kapazitäten bei Akamai ausgeben. Akamai gewährt Optionsrechte auf eigene Aktien.
Der Cloud- und Sicherheitsanbieter Akamai hat einen Vertrag mit Anthropic über 11,6 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben. Die Zusage erstreckt sich über sieben Jahre. Anthropic nutzt dafür die verteilte Infrastruktur und Software der Akamai Cloud, um seinen wachsenden Bedarf an CPU-Rechenleistung zu decken. Wofür Anthropic die Kapazitäten konkret einsetzt, hat Akamai nicht mitgeteilt. Es ist der größte Vertrag in der Geschichte von Akamai.
Im Mai hatte Bloomberg bereits über eine Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen im Umfang von 1,8 Milliarden Dollar berichtet. Die neue Zusage ist mehr als sechsmal so groß.
Ausbau auf bis zu 20 Milliarden Dollar möglich
Der Vertrag sieht eine mögliche Erweiterung um bis zu 9 Milliarden Dollar vor. Das Gesamtvolumen läge dann bei rund 20 Milliarden Dollar. Laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hängt die Zusage davon ab, dass Akamai bestimmte Anforderungen an Lieferung und Verfügbarkeit erfüllt. Beide Seiten können den Vertrag unter bestimmten Bedingungen kündigen.
Optionsrechte auf bis zu 5 Prozent der Aktien
Akamai hat Anthropic Optionsscheine auf stimmrechtslose, wandelbare Vorzugsaktien ausgegeben. Sie entsprechen 7,7 Millionen Stammaktien oder bis zu rund 5 Prozent der ausstehenden Aktien, zu einem Ausübungspreis von 111,33 Dollar je Aktie. Rund 2 Prozent sollen mit der jetzt vereinbarten Zusage fällig werden. Für jede weitere Abnahme von Cloud-Diensten im Wert von 3 Milliarden Dollar kommt etwa 1 Prozent hinzu. Laut Bloomberg hat Akamai erstmals Optionsscheine an einen Cloud-Vertrag gekoppelt.
Bei vielen KI-Vereinbarungen investieren Chiphersteller und Cloud-Anbieter direkt in die KI-Unternehmen, die ihre Produkte kaufen. Hier erhält dagegen der Kunde eine mögliche Beteiligung am Lieferanten. Eine ähnliche Konstruktion hatte AMD im vergangenen Jahr mit OpenAI vereinbart.
Umsatz ab 2027
Akamai erwartet aus dem Vertrag in diesem Jahr keinen Umsatz. Für 2027 rechnet das Unternehmen mit 150 bis 300 Millionen Dollar ab der zweiten Jahreshälfte. Ende 2028 soll der Umsatz eine jährliche Rate von rund 1,7 Milliarden Dollar erreichen.
Für den Aufbau der Kapazitäten plant Akamai Investitionen von rund 5,5 Milliarden Dollar. Die Investitionsausgaben für 2026 erhöht das Unternehmen um etwa 1,7 Milliarden Dollar, um Komponenten wie Arbeitsspeicher vorab einzukaufen. Die Akamai-Aktie stieg laut Wall Street Journal nachbörslich um bis zu 17 Prozent.
(red)