Akkodis hat für Gäste des Mercedes-AMG PETRONAS Formula One Teams eine KI-Lösung entwickelt, die Teamfunk, Rennkommentare und Veranstaltungsinformationen in Echtzeit in verschiedene Sprachen übersetzt.
Akkodis setzt lokale KI für Echtzeitübersetzungen in der Formel 1 ein

Das System verarbeitet die Audiodaten direkt an der Rennstrecke und soll damit auch in einer schnelllebigen Umgebung kurze Reaktionszeiten ermöglichen.
Übersetzung in mehr als 50 Sprachen
Zum ersten Mal kam die Lösung beim Großen Preis von Italien in Monza zum Einsatz. Sie richtet sich an internationale Gäste in der Viewing Gallery des Mercedes-AMG PETRONAS Formula One Teams, die bislang viele Informationen vor allem auf Englisch verfolgen mussten.
Die technische Grundlage bildet die AI-Core-Plattform von Akkodis. Spezielle Spracherkennungsmodelle wandeln die Audiosignale in Text um. Dabei identifizieren zusätzliche Modelle auch motorsportspezifische Begriffe, Fahrernamen, Teammitglieder und Streckenabschnitte. Anschließend werden die Inhalte parallel in die ausgewählten Zielsprachen übersetzt.
Nach Angaben von Akkodis liegt die Ende-zu-Ende-Latenz bei der Transkription unter 50 Millisekunden. Insgesamt unterstützt das System derzeit mehr als 50 Sprachen.
Spezielle Hardware für den Einsatz an der Rennstrecke
Neben der Software entwickelte Akkodis auch die benötigte Rechenplattform. Sie erreicht eine KI-Rechenleistung von mehr als 4.000 TOPS bei einer Leistungsaufnahme von weniger als 600 Watt.
Die Hardware wurde für die besonderen Bedingungen in einer Formel-1-Garage ausgelegt. Dazu gehören hohe Temperaturen und eine eingeschränkte Luftzirkulation. Gehäuse, Befestigung und Kühlsystem wurden entsprechend angepasst. Laut Akkodis lief die Plattform während des gesamten Rennwochenendes ohne Unterbrechungen.
Auch die verwendete Terminologie lässt sich laufend aktualisieren. Über einen eigens entwickelten Terminology Manager können neue oder veränderte Fachbegriffe geprüft und in die weitere Modelloptimierung übernommen werden. So soll die Übersetzungsqualität auch bei wechselnden Namen und Begriffen während der Saison erhalten bleiben.
Lokale Datenverarbeitung als technischer Ansatz
Das Projekt steht beispielhaft für den Einsatz von KI direkt am Ort der Datenerzeugung. Statt Informationen zunächst an entfernte Systeme zu übertragen, verarbeitet die Plattform die Audiosignale unmittelbar an der Rennstrecke. Das kann insbesondere dort Vorteile bieten, wo geringe Verzögerungen und ein zuverlässiger Betrieb wichtig sind.
Akkodis verbindet dafür Sprachmodelle mit eigens entwickelter Hardware und integriert die Komponenten in eine operative Umgebung. Nach Angaben des Unternehmens waren an der Umsetzung unter anderem Fachleute aus KI-Entwicklung, Software, Hardware, Systems Engineering und mechanischer Konstruktion beteiligt.
Einsatzmöglichkeiten über den Motorsport hinaus
Auch außerhalb der Formel 1 kann eine solche Architektur interessant sein. Denkbar sind Anwendungen bei internationalen Veranstaltungen, in industriellen Umgebungen oder überall dort, wo Informationen schnell erfasst, kontextbezogen verarbeitet und in mehreren Sprachen bereitgestellt werden müssen.
Jo Debecker, President und CEO von Akkodis, sieht den entscheidenden Faktor darin, KI möglichst nah an den Ort zu bringen, an dem Informationen entstehen und Entscheidungen getroffen werden. Das Projekt zeigt, wie lokale Rechenleistung und spezialisierte Sprachmodelle kombiniert werden können, um Sprachbarrieren in einer informationsintensiven Umgebung zu verringern.
(red/Akkodis)






