Die Wahrnehmung der IT hat sich in den vergangenen Jahren bemerkenswert gewandelt. Es ist noch gar nicht so lange her, dass sie in erster Linie als Kostenstelle betrachtet wurde. Doch mittlerweile hat sie sich zu einem zentralen Treiber für Business-Innovationen und den Aufbau starker Marktpositionen entwickelt.
Der Wandel der IT zum Katalysator businessrelevanter Innovationen ist nicht der Ausdruck eines geänderten Mindsets. Was zählt, sind vor allem die positiven Ergebnisse dieser Entwicklung. Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad im Schnitt eine jährliche Gesamtrendite für Aktionäre von 8,1 % erzielen, gegenüber 4,9 % bei den digitalen Nachzüglern. Die erfolgreichen Unternehmen haben dabei einen gemeinsamen Nenner: Sie beherrschen die Kunst, IT-Fortschritte in messbare Geschäftsergebnisse umzumünzen. Dabei setzen sie auf Strategien, die die traditionelle Kluft zwischen Technologie und Business überbrücken.
So wird die Kluft zwischen Technologie und Business geschlossen
Diese Strategien zielen darauf ab, Technologie und Geschäftsziele sinnvoll miteinander abzustimmen, und die IT als Katalysator für die Erreichung dieser Ziele einzusetzen. Dabei kann eine Reihe von methodischen Ansätzen helfen. OKR (Objectives and Key Results) ist ein Framework zur Zielsetzung und Messung von Ergebniskennzahlen. Es geht über das Projekt- und Portfoliomanagement hinaus und konzentriert sich auf die messbaren Geschäftsergebnisse. Die Orientierung daran fördert in den Technikteams eine Kultur der Verantwortlichkeit und Transparenz. Es stellt sicher, dass jeder versteht, ob und wie seine Arbeit die allgemeinen Geschäftsziele unterstützt. TBM-Analysen (Technology Business Management) sorgen für die Transparenz der IT-Investitionen im gesamten Unternehmen. Dieser datengestützte Ansatz ermöglicht fundierte Diskussionen über die Zuweisung von Ressourcen und die strategischen Prioritäten. Er verlagert die Diskussionen von der reinen Kostenkontrolle hin zur Wertschöpfung, und zeigt gleichzeitig den direkten Einfluss der IT auf den Geschäftserfolg. Von entscheidender Bedeutung ist das Aufbrechen der Silos von Technologie-Teams und anderen Abteilungen. Durch die Einrichtung funktionsübergreifender Teams arbeiten die Technikexperten täglich und direkt mit ihren Kollegen aus Marketing, Vertrieb und anderen Bereichen zusammen. Der kooperative Ansatz der Cross-Functional Ownership fördert ein tieferes Verständnis der gemeinsamen Ziele und stellt sicher, dass Technologielösungen gezielt für geschäftliche Anforderungen entwickelt werden. Das ermöglicht eine nahtlose und zielgerichtete Integration in bestehende Arbeitsabläufe.
KI-nativer Betrieb entlastet die IT-Teams
KI revolutioniert den IT-Betrieb und ermöglicht es den Teams, den Fokus von routinemäßigen Aufgaben auf die Umsetzung strategischer Geschäftsziele zu verlagern. Durch die Automatisierung repetitiver Aufgaben und die Bereitstellung von Erkenntnissen in Echtzeit ermöglicht KI, von der reaktiven Fehlerbehebung zur proaktiven Optimierung überzugehen und sich stärker an den allgemeinen Geschäftszielen zu orientieren. KI-native Netzwerke sind ein exzellentes Beispiel für diesen Wandel, da sie bis zu 90 % weniger Trouble Tickets und eine neunmal schnellere Bereitstellung ermöglichen. Dadurch können IT-Teams Ausfallzeiten reduzieren und das Benutzererlebnis verbessern. So gewinnen sie Zeit für Initiativen, die die Kundenbindung verbessern, Lieferketten optimieren und das Unternehmenswachstum beschleunigen.
Über die Vernetzung hinaus stellt der KI-gesteuerte Betrieb auch einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie IT-Projekte angegangen werden. Das traditionelle Modell groß angelegter, disruptiver Rollouts weicht agileren, iterativen Strategien. Kontinuierliche Überwachung und Einblicke in Echtzeit ermöglichen es, Technologielösungen laufend an sich verändernde Geschäftsanforderungen anzupassen. Die Experten können sich auf Innovationen konzentrieren, statt Brände bekämpfen zu müssen. Durch die Einführung von KI-gesteuerten Abläufen können IT-Teams zu echten Treibern des Geschäftserfolgs werden.
Innovation und Kooperation prägen die Unternehmenskultur
Die erfolgreichen Unternehmen haben erkannt, dass technologiegetriebene Transformation mehr erfordert, als nur die Implementierung neuer Lösungen – sie verlangt vielmehr einen unternehmensweiten Kulturwandel. Das bedeutet, dass sich IT-Teams von traditionellen Befehlsempfängern zu einflussreichen Entscheidungsträgern entwickeln, die die Geschäftsstrategie mitgestalten und umsetzen. Der Schlüssel liegt in der Schaffung eines Umfelds, in dem Innovationen gedeihen und die technischen Fachkräfte sich befähigt fühlen, ihre Expertise in die geschäftlichen Diskussionen einzubringen.
Dazu müssen Unternehmen sowohl in das technische, als auch das geschäftliche Know-how ihrer IT-Fachkräfte investieren. Das ermöglicht es den Teams, den breiteren geschäftlichen Kontext ihrer Arbeit besser zu verstehen und einen sinnvolleren Beitrag zu strategischen Diskussionen zu leisten. Wenn IT-Fachleute sowohl die technische als auch die geschäftliche Sprache sprechen, werden sie zu wertvollen Partnern bei der Förderung umfassenderer Innovationen. Dazu sind kontinuierliches Lernen, Mentorenprogramme und die Schaffung von Gelegenheiten zur funktionsübergreifenden Zusammenarbeit notwendig, die IT-Teams mit verschiedensten geschäftlichen Herausforderungen und Perspektiven konfrontieren.
Die Zukunft von IT-Leadership
Die Rolle der IT wird sich weiter wandeln. Die erfolgreichsten Unternehmen werden diejenigen sein, die das transformative Potenzial von Technologien antizipieren und es in ihre strategischen Pläne einweben. Dies bedeutet konkret:
- Gemeinsame Verantwortlichkeiten für die Führungskräfte der Technologie- und Business-Abteilungen
- Gemeinsame Nutzung wichtiger Datenkenntnisse in allen Geschäftsbereichen, um die Entscheidungsfindung zu verbessern
- Fokus auf kontinuierliche Rückmeldungen und Anpassungen
- Neue Sicht auf Technologieinvestitionen als strategische Vermögenswerte und nicht als Betriebsausgaben
Technologie wird auch weiterhin Märkte und Branchen umgestalten. Daher sollten IT-Führungskräfte ihren festen Platz in den strategischen Stäben der Unternehmen haben, um im offenen Dialog ihre Potenziale zu maximieren. Es ist an der Zeit, diesen Platz im Sinne des gemeinsamen Geschäftserfolgs aktiv einzufordern.
Autor: Sharon Mandell, Senior Vice President and Chief Information Officer, Juniper Networks