Eine neue Studie von Forvis Mazars zeigt, dass weltweit Führungskräfte trotz gestiegener Konkurrenz und geopolitischer Spannungen optimistisch in die Zukunft blicken. Technologietransformation steht dabei im Mittelpunkt der strategischen Planung.
Mehr als 1.700 C-Level-Führungskräfte aus über 35 Ländern haben an der jährlichen C-Suite-Barometer-Umfrage von Forvis Mazars teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: 93% der Befragten sind für 2025 wachstumsorientiert, wobei die digitale Transformation zur wichtigsten strategischen Priorität aufgestiegen ist.
Technologie als Wachstumsmotor
Mit einem deutlichen Anstieg von 11 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr sehen inzwischen 43% der C-Level-Führungskräfte die Transformation ihrer IT und Technologie als oberste strategische Priorität. Besonders auffällig: 87% der Führungskräfte sind überzeugt, dass generative KI einen erheblichen Einfluss auf ihr Unternehmen haben wird.
„Wie jede Technologie ist KI nur so gut wie die Menschen, die sie implementieren und nutzen – man braucht beides, um das Ergebnis zu maximieren“, erklärt Asam Malik, Partner für Gruppe Technologie, Digital & Consulting bei Forvis Mazars Group.
Die Umfrage zeigt außerdem eine Verlagerung bei KI-Anwendungen: Der Fokus verlagert sich zunehmend von kundenorientierten Lösungen (70%) hin zur Optimierung interner Prozesse (77%).
Wachstum im Zeichen verstärkter Konkurrenz
Obwohl die wirtschaftliche Unsicherheit mit 41% nach wie vor als größtes Hindernis für Wachstum gesehen wird, hat der Faktor „verstärkter Wettbewerb“ mit einem Anstieg von 13 Prozentpunkten auf 35% deutlich an Bedeutung gewonnen. Besonders in Nordamerika und Osteuropa wird die zunehmende Konkurrenz als kritischer Faktor wahrgenommen.
George Lagarias, Chefvolkswirt der Forvis Mazars Group, gibt zu bedenken: „Dies ist eine Zeit, um die Festung zu stärken, nicht das Reich zu erweitern.“ Unternehmen sollten Risiken nicht ignorieren und ihre Resilienz stärken, insbesondere durch diversifizierte Lieferketten und solide finanzielle Grundlagen.
Globale Expansion bleibt Schlüsselstrategie
Trotz geopolitischer Herausforderungen planen 83% der Unternehmen, in den nächsten fünf Jahren in mindestens ein neues Land zu expandieren. Die USA, Deutschland, Großbritannien, China und Kanada werden als attraktivste Ziele genannt.
Als größte Herausforderungen bei der internationalen Expansion gelten das Verständnis lokaler Vorschriften (53%), die Rekrutierung lokaler Fachkräfte (49%) und die Anpassung von Produkten und Dienstleistungen an neue Märkte (45%).
Deutschland als Expansionsziel und attraktiver Investitionsstandort
Geopolitische Einflüsse haben in den vergangenen zehn Jahren die strategische Situation in Europa verschlechtert. Als Wendepunkte werden der Brexit, Pandemien und die Rückkehr konventioneller Kriegsführung auf europäischem Boden genannt. Dies hat Auswirkungen auf Lieferketten und Wettbewerbschancen in europäischen Märkten.
Trotz dieser negativen Einflüsse wird Deutschland als eines der Top-Zielländer für internationale Expansion genannt. Es steht auf Platz 2 der beliebtesten Expansionsziele (nach den USA). Etwa 10% der befragten Unternehmen weltweit planen, nach Deutschland zu expandieren.
Die Studie nennt Deutschland zusammen mit den USA, China und Großbritannien als die wahrscheinlichsten Empfänger geographischer Investitionen. Diese Information findet sich auf Seite 4 im Vorwort.
Talentkrise verschärft sich auf mittlerer Ebene
Die Fachkräftelücke bleibt ein brennendes Thema. 43% der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung talentierter Mitarbeiter. Interessanterweise hat sich der Schwerpunkt verlagert: Während 2024 noch die Besetzung von Führungspositionen als größte Herausforderung galt, sind es nun Fachkräfte auf mittlerer Ebene und Berufseinsteiger.
„Wenn Sie etwas Seltenes wollen, müssen Sie etwas anders machen“, erklärt Kelvin Stagg, CFO von PageGroup. Flexible Arbeitsmodelle und standortunabhängige Rekrutierungsstrategien gewinnen an Bedeutung, wobei drei von fünf Führungskräften angeben, dass ein Hauptziel hybrider Arbeit für ihr Unternehmen ist, „vollständig flexibel für unsere Mitarbeiter zu sein“.
Nachhaltigkeit wird integraler Bestandteil
Obwohl Nachhaltigkeitsstrategien in der Prioritätenliste leicht gesunken sind, betont Emmanuel Thierry, CSRD Task Force Leader bei Forvis Mazars: „Für die meisten unserer Kunden wird Nachhaltigkeit zu Recht ein natürlicher Teil der Geschäftsaktivitäten und -abläufe.“ 25% der C-Level-Führungskräfte sehen dies weiterhin als strategische Priorität für die nächsten Jahre.
Ausblick 2025: Transformation skalieren
Mark Kennedy, Partner und Chief Clients & Markets Officer bei Forvis Mazars, fasst zusammen: „Die übergreifende Herausforderung für 2025 wird sein, diese strategischen Prioritäten und eine klare Vision inmitten neuer Marktteilnehmer, anhaltender technologischer Disruption und potenzieller Marktturbulenzen aufrechtzuerhalten.“
Die vollständige Studie steht auf der Website von Forvis Mazars zum Download bereit.