Bundespolizei als Ausnahme

Bundesverwaltung: E2E-Verschlüsselung bei US-Clouds selten

Cloud Verschlüsselung

Die Bundesverwaltung setzt verstärkt auf Cloud-Dienste, weist jedoch erhebliche Defizite bei der Verschlüsselung auf. Laut einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag nutzt die Bundesverwaltung mindestens 32 Cloud-Services der großen Anbieter Google, Amazon, Microsoft und Oracle. Nur ein einziger dieser Dienste verfügt über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Konkret handelt es sich um den AWS-Dienst „VAULT Storage“, der von der Bundespolizei genutzt wird. Nur hier ist sichergestellt, dass die Entschlüsselung von Meta- und Nutzerdaten ausschließlich auf den Endgeräten der Nutzer erfolgt. Bei allen anderen Diensten besteht theoretisch die Möglichkeit eines externen Zugriffs auf die Daten.

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Dies gewinnt besondere Brisanz vor dem Hintergrund der steigenden Cloud-Ausgaben der Bundesverwaltung, die sich in wenigen Jahren auf 286 Millionen Euro verdoppelt haben. Besonders das Bundesinnenministerium sowie die Behörden BKA und ZITIS fallen durch hohe Ausgaben auf.

Die Digitalexpertin der Linken, Anke Domscheit-Berg, warnt angesichts dieser Entwicklung vor wachsenden Abhängigkeiten: Bei jeglichen sensiblen Daten darf der Bund derartige Dienste nicht nutzen, da man sich jetzt noch weniger auf die Vertrauenswürdigkeit von US-Hyperscalern verlassen kann, seit Präsident Trump Europa mit diversen Drohungen unter Druck setzt.“

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Lars

Becker

Redakteur

IT Verlag GmbH

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