Der Technologiekonzern Siemens hat angekündigt, weltweit rund 6000 Stellen zu streichen, davon 2850 in Deutschland. Besonders betroffen ist die zuletzt schwächelnde Sparte Digital Industries (DI), wie das Unternehmen mitteilte.
Im Automatisierungsgeschäft von DI sollen bis September 2027 insgesamt 5600 Stellen gestrichen werden, etwa 2600 davon in Deutschland. Die Branche leidet unter hohen Lagerbeständen und rückläufiger Nachfrage. Für Deutschland verspricht Siemens, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.
Der Elektromobilitätsbereich verliert weitere 450 Stellen bis September 2025, davon 250 in Deutschland. Das Ladesäulen-Geschäft soll ausgegliedert und neu ausgerichtet werden.
Gewerkschaft kritisiert Vorgehen
„Wir sind angesichts der massiven geplanten Abbauzahl überrascht und verärgert“, erklärte Birgit Steinborn, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats.
Die Gewerkschaft IG Metall bemängelt besonders den Widerspruch zum angekündigten „One Tech Company“-Wachstumsprogramm. Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, betonte: „Die Transformation bewältigt man nicht durch Abbau, sondern durch positive Veränderung – also vor allem Weiterentwicklung und Qualifizierung.“
Trotz der Stellenstreichungen steht Siemens finanziell gut da: Im ersten Quartal erzielte der Konzern einen Gewinn von 2,1 Milliarden Euro.
Bayern könnte stark betroffen sein
Wo genau in Deutschland die Stellen abgebaut werden sollen, ist noch nicht bekannt. Es liegt jedoch nahe, dass Bayern besonders betroffen sein könnte, da die meisten Werke der Sparte Digital Industries dort angesiedelt sind.