Weiterbildungsdefizite

Qualifikationsdefizit im deutschen Mittelstand: Remote-Arbeitende aus dem Ausland

Infosecurity, Investition, Weiterbildung, Cybersicherheit

Weiterbildungsdefizite betreffen Unternehmen und Arbeitnehmende gleichermaßen. Vier von zehn befragten Unternehmen (39 Prozent) aus dem Mittelstand in Deutschland lösen Qualifizierungslücken innerhalb ihrer Belegschaft bereits mit Remote-Arbeitenden aus dem Ausland.

Hierbei scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, denn laut der Studie ziehen weitere 51 Prozent der Mittelständler eine Einstellung von Arbeitskräften remote aus anderen Ländern in Betracht.
 
Insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) scheinen Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand nach Fachkräften zu suchen. So zeigt die Coursera-Studie, dass vier von zehn (38 Prozent) der befragten Firmen Probleme haben, Experten für KI und Maschinelles Lernen (ML) zu finden. Auch in den Kompetenzfeldern Datenanalyse- und Software-Engineering gestaltet sich für ein Viertel (25 Prozent) der befragten Arbeitgebenden die Suche schwierig sowie im Bereich Cybersicherheit (23 Prozent).
 
„Die Ergebnisse unserer Studie deuten darauf hin, dass Mittelständler in Deutschland Schwierigkeiten haben, Fachkräfte mit Technologiekompetenzen zu finden“, so Lukas Lewandowski, Director DACH bei Coursera. „Pikanterweise führen 43 Prozent der befragten Firmenverantwortlichen den Fachkräftemangel als größte Hürde bei der Implementierung von Künstlicher Intelligenz an. Unternehmen sollten daher insbesondere in die KI- und Technologie-Ausbildung der eigenen Belegschaft investieren, damit der deutsche Mittelstand wirklich – wie jüngst von Microsoft-CEO Satya Nadella dargelegt – am meisten von Künstlicher Intelligenz profitiert.“ 

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Arbeitnehmende: Fehlende Entwicklungsmöglichkeiten provozieren Jobwechsel

Eine weitere Herausforderung für Arbeitgebende: Wenn sie nicht genug in die Qualifizierung und Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden investieren, riskieren sie deren Abwanderung: So würde sich mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten in mittelständischen Unternehmen in Deutschland im Falle fehlender Entwicklungsmöglichkeiten nach einem neuen Job umsehen. Die Studie ergab, dass lediglich 43 Prozent der Firmen Fortbildungs- und Trainingsveranstaltungen regelmäßig anbieten und dass sich die große Mehrheit (66 Prozent) der Befragten von ihren Arbeitgebenden mehr Trainings- und Fortbildungsangebote wünscht.

Cybersicherheit bei den Mitarbeitenden auf Platz eins der Schulungs-Hitliste

Während laut der Coursera-Studie Arbeitgebende vor allem im KI-Bereich auf der Suche nach Fachkräften sind, würden sich die meisten Arbeitnehmenden am liebsten in Cybersicherheit schulen lassen (39 Prozent) – mit deutlichem Abstand vor anderen Bereichen. Der Wunsch nach Weiterbildung im Bereich Künstliche Intelligenz wird immerhin von mehr als jedem Fünften (21 Prozent) geäußert und liegt damit auf dem dritten Platz knapp hinter der Kategorie Management und Personalführung (23 Prozent).
 
„Um dem anhaltenden Fachkräftemangel – insbesondere im Technologiesektor – effektiv zu begegnen als auch die eigenen Mitarbeitenden zu halten, sollten mittelständische Unternehmen verstärkt auf die Weiterbildung und Qualifizierung ihrer bestehenden Belegschaft setzen. Gerade in so erfolgsentscheidenden und unternehmenskritischen Bereichen wie Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit empfiehlt sich eine Strategie des kontinuierlichen, lebenslangen Lernens. Um- und Weiterqualifizierungen des eigenen Personals sind im Vergleich zum teuren, zeitaufwendigen und umkämpften Talent-Markt eine clevere und nachhaltige Investition in die Zukunft des eigenen Betriebs“, so Lewandowski abschließend.

(pd/ Coursera)

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